Heiliges Buch oder nur „nützlich zu lesen“?

Neue Ausgabe „Bibelreport“ über die Apokryphen

Stuttgart. Die Apokryphen des Alten Testaments sind das Schwerpunktthema der ersten Bibelreport- Ausgabe in diesem Jahr.
Um welche Bücher es sich dabei handelt, was sie auszeichnet und woher ihr besonderer Status rührt, wird unter dem Titel
„Die Apokryphen: Nur nützlich zu lesen oder Heilige Schrift?“ beleuchtet. Darüber hinaus blickt die Ausgabe auf ihre Rolle und
Tradition innerhalb der weltweiten Kirche.

Nicht zur Heiligen Schrift gehörig, aber „gut und nützlich zu lesen“ – so fiel Martin Luthers Urteil über diese Schriften aus, die er
in einen eigenen Textblock zwischen Altes und Neues Testament stellte. Heute werden sie als Apokryphen
(dt. „die Verborgenen“), Spätschriften des Alten Testaments oder deuterokanonische Schriften bezeichnet. In einigen
Bibelübersetzungen fehlen sie jedoch ganz.

So seien die Apokryphen trotz Luthers Urteil vor allem bei evangelischen Christen heute oft in Vergessenheit geraten, schreibt
Generalsekretär Christoph Rösel im Editorial der Ausgabe. Mit dem Heft wolle man Leserinnen und Leser einladen, diese Bücher
neu zu entdecken. „Denn viele unserer Schwester-Bibelgesellschaften weltweit stehen für Kirchen im Dienst, bei denen die
Apokryphen selbstverständlich zur Bibel gehören.“

Was sind die Apokryphen? Warum sind sie in manchen Bibelausgaben enthalten und in manchen nicht? Was steckt hinter ihrer
besonderen Stellung? In seinem Einführungsartikel setzt sich Martin Rösel, Professor für Altes Testament an der Universität
Rostock mit diesen Fragen auseinander und vermittelt Hintergrundwissen zu dieser besonderen Schriftengruppe.

Professor Alexander Schweitzer, Direktor der Abteilung Bibelübersetzung der United Bible Societies, gibt einen Überblick zur
Arbeit des Weltverbandes der Bibelgesellschaften und zeigt, dass die Apokryphen in vielen Kirchen selbstverständlich zur Bibel
gehören und deshalb oft auch mit übersetzt werden. Darüber hinaus berichten drei Autorinnen und Autoren unterschiedlicher
Konfessionen, zu welchen Themen und Texten in den Apokryphen sie persönlich eine besondere Verbindung haben.

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund
um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung
und Übersetzung der Heiligen Schrift. Der „Bibelreport“ kann kostenlos auf www.die-bibel.de/shop oder mit einer Mail an
bibelreport@dbg.de abonniert werden. Im Internet gibt es unter folgendem Link die digitale Ausgabe:
www.die-bibel.de/bibelreport.

sbi